Die europäische Fichte (Picea abies)

Die europäische Fichte, fälschlicherweise auch Rottanne genannt, ist eine vor allem in den Alpen und dem Mittelgebirge weit verbreitete Nadelholzart und stellt mit 60% Anteil am gesamten Ertragswald auch Österreichs wichtigste Baumart dar. Deswegen und aufgrund ihres beieindruckenden Allroundtalents als Zellstoff, Bau- und Möbelholz, Grundwerkstoff zu Herrstellung von Funier-, Span- und Faserholz, oder Brennmaterial wird die Fichte berechtigterweise als "Brotbaum" für die österreichische Forstwirtschaft bezeichnet. Ebenso ist sie wegen ihre bemerkenswerten Eigenschaft als Resonanzholz beliebt und schon Stradivari baute seine außergewöhnlichen und wertvollen Instrumente aus diesem Material.

Die Fichte wächst bis in 2000m Seehöhe und erreicht dabei eine durchschnittliche Höhe von 30 bis 50m und einen Durchmesser von 120cm. Sie zeichnet sich durch ihren geraden Wuchs aus und ist in der unteren Baumhälfte ausgesprochenen astarm. Unter der rotbraunen Rinde verbirgt sich ein helles, gelblich weißes Holz dessen Jahresringe sehr stark in Anhängigkeit von Standort, Boden und Klimabedingungen stehen. Charakteristisch sind die sogenannten markanten Fladern und Streifen des Spätholzes, die beim schneiden tangential entlang bzw. radial durch die Jahresringe entstehen.

Das Holz der Fichte ist mit einer Darrdichte von 410kg/m³ leicht und mit einer Brinellhärte von 12 N/mm² weich zu nennen, weißt im Verhältnis dazu aber eine gute Festigkeit auf. Fichtenholz gleicht seine Holzfeuchte eher langsam an seine Umgebungsklima an, verformt sich dabei nur mäßig und hat ein gutes Stehvermögen. Die Trocknung der Fichte erfolgt für gewöhnlich rasch und problemlos, nur bei sehr scharfen Trockenvorgängen entstehen leichte Risse und sich lockernde Äste.

Die gemeine Kiefer oder Föhre (Pinus silvestris)

Die gemeine Kiefer, auch Waldkiefer, Weißkiefer oder Föhre genannt ist in Deutschland nach der Fichte der wichtigste Waldbaum, in Österreich hält sie nach Fichte und Buche immerhin den drittgrößten Anteil am Ertragswald. Ein Großteil der Kiefer wird zu Span- und Faserholz verarbeitet, sie dient aber ebenso als Bau- und Möbelholz. Mit einem Brennwert von 4,4 KWh/kg bzw 1.700 KWh/rm wird es außerdem erfolgreich als energetische Biomasse vermarktet und verstärkt zu Hackschnitzel, Holzpellets oder -briketts verarbeitet.

Die Kiefer wächst bis in 2000m Seehöhe und erreicht dabei eine durschnittliche Höhe von 10 bis 30m und einen Durchmesser von bis zu 60cm. Sie zeichnet sich durch ihre legendäre Anspruchslosigkeit an den Standort aus und gedeiht sowohl auf armen trockenen, sandigen oder auch moorigen Böden. Zu einiger Berühmtheit schaffte es eine ca. 300 Jahre alte Kiefer, die auf einer Schildmauer der Burganlage Schloss Auerbach wurzelt, ihren Wasserbedarf hauptsächlicher über die Luftfeuchtigkeit deckt und heute zu den markantesten Baumgestalten Deutschlands zählt. Ähnlich wie die Fichte ist auch die Kiefer in der unteren Baumhälfte ausgesprochen astarm.

Charakteristisch für das Erscheinungsbild des getrockneten Kiefernholzes ist der deutliche, sich über die Jahre verstärkende, farbliche Unterschied zwischen dem breiten hellgelben Splint und dem rotbraunen Kernholz. Vor allem im Möbelbau wird diese lebendige Gestaltung geschätz um eine eher rustikale Optik zu erreichen.

Das Holz der Kiefer ist mit einer Darrdichte von durchschnittlich 510kg/m³ mittelschwer und mit einer Brinellhärte von 19 N/mm² weich bis mittelhart zu nennen und weißt eine gute Festigkeit auf. Kiefernholz gleicht seine Holzfeuchte sehr schnell an seine Umgebungsklima an, verformt sich dabei ziehmlich gering und hat ein gutes Stehvermögen. Die Trocknung und Verarbeitung der Kiefer erfolgt für gewöhnlich problemlos, ein möglicher hoher Harzanteil kann sich aber nachteilig auswirken.

Die europäische Lärche (Larix decidua)

Die europäische Lärche, war in früheren Zeiten nur in den kühleren Gebirgslagen Europas verbreitet, ist heute aber überall in Mitteleuropa beheimatet. Ihr Anteil am österreichischen Ertragswald ist dabei mit sieben Prozent relativ gering, während ihre nahe Verwande, die sibirische Lärche, immerhin bis zu 50% der Waldbestände Nordrusslands bildet. Einsatz findet das witterungsbeständige Holz der Lärche hauptsächlich als Bauholz, im Speziellen bei stark beanspruchten Baukonstruktionsteilen, Brücken und diversen Wassereinbauten, aber auch im Innenausbau und als Möbelholz wird es geschätzt. Als bewährtes Material für Schindeln prägte die Lärche über viele Jahrhunderte die Dachlandschaft im Alpenraum nicht nur beim einfachen Wohnbauten, sondern auch bei großen Anlagen wie Kirchen und Schlösser.

 

Die Lärche wächst bis ins Hochgebirge über 2000m Seehöhe und erreicht dabei eine durchschnittliche Höhe von etwa 40m und einen Durchmesser von über 150cm. Als einziger heimischer Nadelbaum wirft die Lärche anfang Winter ihre weichen, hellgrünen Nadeln, die im Herbst braun werden, ab und verhindert so ein Austrocknen des Baumes. Ähnlich wie die Fichte ist auch die Lärche in der unteren Baumhälfte ausgesprochen Astarm. Stammform und Holzqualität sind aber hochgradig vom Standort und den Wuchsbedingungen abhängig und können extreme Unterschiede aufweisen. Die Bandbreite erstreckts sich dabei von der sogenannten feinjährigen Steinlärche im Hochgebirge, der man aufgrund ihrer hohen Dichte und Festigkeit sogar nachsagt unbrennbar zu sein, bis zur grobjährigen Graslärche, die im Flachland gedeiht und deutlich weniger dauerhaft ist.

Charakteristisch für das Erscheinungsbild der Lärche ist ihre meist satte rötlich braune Färbung des Kernholzes, das über die Jahre noch stark nachdunkelt. Der schmale, deutlich hellere Splint wird dabei immer vom Kern abgetrennt und findet keine weitere Verwendung. Ähnlich wie die Fichte bildet das dominate Spätholz der Lärche dekorative Fladern und Streifen aus, die beim Schneiden tangential entlang bzw. radial durch die Jahresringe entstehen.

Das Holz der Lärche ist mit einer durchschnittlichen Darrdichte von 550kg/m³ (Schwankungsbreite zwischen 400-850kg/m³) das schwerste europäische Nadelholz und bei einer durchschnittlichen Brinellhärte von 19 N/mm² mittelhart zu nennen. Die Festigkeit ist aufgrund des meist hohen Spätholzanteils (30-50%) ausgezeichnet, unterliegt aber wie bereits erwähnt hohen Schwankungen nach Standort und Wuchsbedingungen. Lärchenholz hat ein sehr geringes Quell- und Schwindverhalten und lässt sich für gewöhnlich gut trocknen und verarbeiten. Bei sehr hartem Astholz oder unruhigem Faserverlauf kann es jedoch zum Splittern oder Ausreißen der Kanten kommen.

Die Zirbelkiefer oder Zirbe (Pinus cembra)

Die Zirbelkiefer, kurz Zirbe genannt, besiedelt zwischen 1500 und 2300m Seehöhe, die höchsten Lagen aller Nadelhölzer und wird deswegen im Volksmund auch gerne als Königin der Alpen bezeichnet. Aufgrund ihrer guten Bearbeitbarkeit ist die Zirbe vor allem als Schnitz- und Möbelholz sehr beliebt und wird traditionell als Vertäfelung für Bauernstuben verwendet. Aktuelle wissenschaftliche Studien bescheinigen dem Zirbenholz positive Auswirkungen auf Kreislauf, Schlafbefinden und vegetative Regulation, sowie eine bemerkenswerte antibakterielle sowie Pilz, Motten und Schaben abwehrende Eigenschaft. Die positive Beeinflussung des menschlichen Organismus ist dabei zwar durch alle Nadelnhölzer mehr oder weniger gegeben, die Zirbe hebt sich dabei aber zusätzlich durch ihren intensiven, aromatischen Geruch hervor, der über einen langen Zeitraum erhalten bleibt.

Die Zirbelkiefer ist eine sehr langsam wachsende Baumart, die kaum höher als 20 bis maximal 35m wird, dabei aber einen durchschnittlichen Durchmesser von 170cm erreichen kann. Im Gegensatz zu Fichte, Kiefer oder Lärche ist die Zirbe über die Länge des gesamten Stammes stark verastet, wovon auch die Optik des Schnittholzes geprägt ist. Charakteristisch ist einerseits die ausgesprochen feinfasrige gleichmäßige hellrötliche Struktur, da sich das ohnehin schwach ausgeprägte Spätholz kaum vom Frühholz unterscheidet. Andererseits treten die zahlreichen gut verwachsenen Äste kräftig aus dem Holz hervor und geben dem Erscheinungsbild eine geschätzte belebte Note.

Das Holz der Zirbe ist dabei mit einer Darrdichte von 400kg/m³ leicht und mit einer Brinellhärte von 15 N/mm² weich zu nennen und weist eine nur mäßig gute Festigkeit, dafür ein geringes Schwindmaß auf. Zirbenholz lässt sich ausgezeichnet trocknen und bearbeiten und auch die zahlreichen markanten Äste lockern sich aufgrund des starken Verwuchses und einem sehr geringen Schwindmaß nicht.